WAZ - Velbert, 8. Juni 2017
VORLESEWETTBEWERB
Velberter Grundschüler lesen wie die Profis
Hendrik Niebuhr
Foto: Heinz-Werner Rieck
Beim Vorlesewettbewerb der Viertklässler beeindrucken 15 Schulsieger Eltern, Lehrer und die Jury.
Es gibt sowohl neue Bücher als auch Klassiker.
Lesen macht Spaß – das bewiesen 15 Schülerinnen und Schüler der Velberter Grundschulen am Mittwoch. Unterstützt von Familien, Freunden und Lehrern traten die Viertklässler in der Stadtbücherei um den Titel des besten Vorlesers an. Die Teilnehmer bestachen durch flüssige Vorträge.
An den Schulen durchgesetzt
„Ihr seid bereits alle Sieger“, machte Christa Schreven, Schulleiterin der Sonnenschule Neviges und Organisatorin der Veranstaltung, den Kindern vor dem Beginn Mut. Denn die Kleinen setzten sich im Vorfeld bereits in den Ausscheidungen an ihren jeweiligen Grundschulen durch.
Einen dreiminütigen Auszug aus einem selbst ausgewählten Buch mussten die Schüler vortragen. Den Anfang machte Anna von der Wilhelm-Ophüls-Schule. Die Zehnjährige las aus dem Buch „Miss Braitwhistle kommt in Fahrt“ vor. „Es ist sehr lustig und hat viel wörtliche Rede, die man gut betonen kann“, erklärte das Mädchen, warum sie sich für den Band von Sabine Ludwig entschieden hat. Mit starker Betonung und großer Sicherheit auch bei fremdsprachigen Wörtern sorgte Anna schließlich für großen Applaus beim Publikum. Dass die Abenteuer von Miss Braitwhistle besonders beliebt bei den Kindern sind, bestätigte dann auch Katharina von der Grundschule Tönisheide, die ähnlich souverän aus dem ersten Band der Buchreihe vorlas.
So ging es weiter. Auch Lennard von der Grundschule Bergische Straße überzeugte. Emily von der Sonnenschule las aus dem Buch „Auf magischen Pfoten“ vor, in dem ein Vierbeiner die Hauptrolle spielt. „Ich finde Hunde toll und lese total gerne“, erzählte sie freudestrahlend. Mit „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ legte Annalena von der Grundschule Sontumer Straße einen echten Klassiker nach. „Es ist lustig und spannend. Ich fand den zweiten Teil besser, als den ersten“, sagte sie. Derzeit liest die Neunjährige den dritten Band der Saga.
Julian überzeugt die Jury
Julian (Grundschule Birth) las aus „Tim und das Geheimnis der Knolle Murphy“ vor, überzeugte die Jury am meisten und gewann den Wettbewerb.

Foto: Heinz-Werner Rieck
Nachdem alle 15 Teilnehmer durch waren, zog sich die fünfköpfige Jury zur Beratung zurück. „Wir bewerten keine Versprecher. Es kommt vor allem auf die Art der Präsentation, die Aussprache und Betonung an“, erklärte Jennifer Koppitsch, Jurymitglied und Mitarbeiterin der Bücherei, worauf sie besonders achten. Letztlich wurden die ersten drei Plätze persönlich ausgerufen. Den Titel „Vorlesekönig“ schnappte sich schließlich Julian von der Grundschule Birth. Sein Auszug aus „Tim und das Geheimnis der Knolle Murphy“ überzeugte die Jury am meisten. Auf Platz zwei folgte Cheyenne von der EGS Ansembourgallee, die Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ vortrug. Den dritten Rang belegte die erwähnte Annalena. Der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise gratulierte allen Teilnehmern und lud sie in den nächsten Tagen zu einem Eis ins Rathaus ein.
>>>WETTBEWERB GIBT ES IM KREIS NUR IN VELBERT
Zum 65. Mal fand der Vorlesewettbewerb für die Grundschüler statt. Ins Leben gerufen wurde er 1952 vom mittlerweile verstorbenen Horst Haaf von der ehemaligen Buchhandlung Löhr (jetzt Brummbär).
Velbert ist die einzige Stadt im Kreis Mettmann, die solch einen Wettbewerb bereits in den Grundschulen anbietet
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