waz.de - Velbert, 28. November 2015
Integration
Menschen in Velbert Halt und Orientierung geben
Velbert. Integrationspreis 2015 an sechs Initiativen und Projekte verliehen. Bürgermeister Dirk Lukrafka hebt Hilfsbereitschaft und Offenheit der Velberter hervor
Wer einen Eindruck davon gewinnen wollte, welche Bürger sich mit welch vielfältigen Ideen und Taten Tag für Tag vor Ort für das Miteinander und Zusammenleben von Menschen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen engagieren, der war beim Empfang des Integrationsrates der Stadt Velbert im „BiLo“ exakt am richtigen Ort. Denn dort wurden am Donnerstagabend die Preisträger des Integrationspreises 2015 vorgestellt und geehrt.
„Nicht jeder kann den ersten Preis erhalten, aber jeder hier hätte ihn verdient“, erklärte Dirk Lukrafka, denn alle seien gleichwertig. Neben einem Dach über dem Kopf brauchten neu zugewanderte Menschen vor allem Halt und Orientierung, die sie nur in persönlichen Kontakten mit Menschen vor Ort erhalten könnten, würdigte der Bürgermeister das Engagement: „Velbert stellt sich dieser Aufgabe erfolgreich.“ Er freue sich über die große Hilfsbereitschaft und Offenheit der Bevölkerung und wünsche sich, dass diese Stimmung auch die vorherrschende bleiben möge.
Ausgeschrieben hatten den – übrigens zum sechsten Mal ausgelobten – Preis die Stadt Velbert, die Sparkasse HRV und der Integrationsrat. Insgesamt 15 Bewerber standen zur Wahl. Es habe schon Diskussionen gegeben, berichtete der Integrationsratsvorsitzende Ivo Simic, der auch zu der siebenköpfigen Jury gehörte. Doch letztlich sei man immer zu einstimmigen Entscheidungen gekommen.
Diese fielen folgendermaßen aus:
Der erste Preis in Höhe von 2500 Euro ging an das Projekt „Hallo Nachbar – Willkommenskultur mal anders“ vom e.V. „Flüchtlingshilfe Velbert und Projekt Deutsch Lernen“. In diesem Projekt organisieren Flüchtlinge und Asylbewerber Veranstaltungen für Velberter Bürger, um sie willkommen zu heißen und ihnen einen Einblick in das Leben der Flüchtlinge und Asylbewerber zu geben.
Den zweiten Preis (1000 Euro) bekam die DLRG-Ortsgruppe Neviges bzw. ihr Angebot, Seiteneinsteiger-Kindern aus dem „KiKoS“-Projekt (Kinder-Kommunikation-Sprache/Spiel/Spaß) schwimmen zu lehren. Zudem werden die Teilnehmer sprachlich gefördert.
Der dritte, jeweils mit 500 Euro dotierte Preis wurde der Grundschule Birth für ihre Schach- und Tennis-AG sowie dem Berufskolleg Bleibergquelle für sein „Wortschätzemobil“ zugesprochen.
Schließlich dürfen sich die privat organisierten Initiativen „Hand in Hand“ und das Projekt „Waldschlösschen“ über einen Anerkennungspreis in Höhe von je 250 Euro freuen. Beide Initiativen bauten spontan umfangreiche Unterstützungsstrukturen für Flüchtlinge an der Jugendherberge Am Buschberg sowie in der Landesnotunterkunft auf.

Frau Weskott mit den Kindern der Schach-AG
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Die Gewinner des Integrationspreises
Fotos: Herr Brandt (privat)
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Es gehe maßgeblich darum, Chancen zur Teilhabe zu bieten, meinte NRW-Staatssekretär Thorsten Klute, der erklärtermaßen auch ins „BiLo“ gekommen war, um zuzuhören und zu erfahren, wo der Schuh drückt. Was er kennenlernte, war nur ein Teil des „großen Netzwerkes an Akteuren“ (Lukrafka), das noch lange gebraucht wird.
Klaus Kahle
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